Montag, 21. November 2011

Die beste Schule für unsere Kinder

Die Ortsverbände der SPD und der Grünen laden heute Abend zu einer Podiumsdiskussion mit Sylvia Löhrmann, der NRW-Schulministerin, ein, bei der es um die neue Schulpolitik in NRW geht. Wir können sicher sein, dass dabei auch die spezifische Geilenkirchener Situation besprochen wird. Die Geilenkirchener weiterführenden Schulen laden zudem in diesen Tagen zu Informationsveranstaltungen für die Eltern ein, die sich darin entscheiden müssen, welche Schulform für ihre Kinder nach der Grundschule die beste ist. Die SPD-Fraktion hat bereits einen Ratsantrag eingereicht, nach dem auch in Geilenkirchen eine Sekundarschule eingerichtet werden soll, die für alle Hauptschüler/-innen und Realschüler/-innen aus unserer Stadt eine gemeinsame neue Schulform im Gebäude der Realschule vorsieht.

Das Thema „weiterführende Schulen“ hat durch die Entscheidung der Gemeinden Gangelt und Selfkant, eine Gesamtschule zu begründen, hier in Geilenkirchen eine neue Dynamik bekommen. Es bietet sich durch das mittelfristige Auslaufen der Hauptschule in Gangelt nämlich die Möglichkeit, alle Schüler mit „Hauptschulempfehlung“ demnächst in Geilenkirchen beschulen zu lassen und damit lange Wege und Fahrtzeiten zu vermeiden. Da liegt es natürlich nahe, an eine Sekundarschule zu denken.
Die demografischen Zahlen (in diesem Fall die Einschulungszahlen in den Grundschulen) und die Entwicklung der Anmeldezahlen in den weiterführenden Schulen sprechen jedoch eine klare Sprache, die zu einer ganz anderen Lösung führen kann als zu der einer Sekundarschule. Zum einen nimmt nämlich die Zahl der Anmeldungen zur Realschule seit Jahren beständig ab. Zum anderen wird der Druck der Anmeldungen in der Gesamtschule geringer, weil viele Kinder aus anderen Gemeinden des Kreises Heinsberg nun nicht mehr nach Geilenkirchen kommen müssen, sondern in Hückelhoven und in Gangelt/Selfkant zwei neue Gesamtschulen vorfinden. Auch für Kinder mit „Hauptschulempfehlung“ wird der Weg zu einer Gesamtschule in Zukunft in unserer Region der „normale“ Weg sein. Eine Sekundarschule müsste, so schreibt es der Gesetzgeber zwingend vor, dreizügig gestaltet werden und diese Anforderung dauerhaft erfüllen. Dies ist aber rechnerisch (Zahl der Realschulanfänger + Zahl der Hauptschulanfänger) nicht zu garantieren, gerade weil die Gesamtschule in der Lage sein wird, mehr Geilenkirchener Kinder aufzunehmen als bisher, und weil mehr Geilenkirchener Eltern als bisher diese Chance für ihre Kinder nutzen können und werden. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass eine Sekundarschule in wenigen Jahren um ihr Überleben kämpfen müsste.

Bei der Bezirksregierung bekam die Verwaltung deshalb in der letzten Woche die Empfehlung, in Geilenkirchen die Gesamtschule zu einer sechszügigen Schule auszubauen und in Zukunft nur noch mit zwei Schulen, nämlich der Gesamtschule und dem (privaten) Gymnasium St. Ursula als Schulen für die Sekundarstufen I u. II zu planen. Dies würde in den nächsten Jahren zu einer Integration der Realschule in die Gesamtschule führen.

Ich habe die Fraktionsvorsitzenden des Rates am Freitagabend über diese Empfehlung informiert. Am 29.11. wird der Ausschuss für Bildung und Soziales über den künftigen Weg der Schulentwicklung in unserer Stadt beraten. Am 14.12. entscheidet dann der Rat.
In dieser wichtigen Zukunftsfrage für unsere Stadt gibt es zahlreiche Aspekte zu beachten. Mir geht es aktuell darum, dass die Stadtverordneten gründlich über alle diese Aspekte informiert werden, damit sie im Wissen um die langfristigen Wirkungen ihre Entscheidung treffen. Auch ist mir wichtig, dass die Eltern der Fünftklässler des kommenden Jahres über diese bis zum 14.12. offene Lage Bescheid wissen. Egal, wie es kommt, es wird einen Vorteil in jedem Fall geben: Die Zeiten der weiten Fahrten zur Hauptschule Gangelt werden zu Ende gehen.